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Kunststoffspritzguss

Spritzguss-Grundlagen: Wie aus Granulat ein Serienteil wird

Spritzguss macht aus einem Trichter voller Kunststoffgranulat Millionen identischer Teile. Es ist das Arbeitstier der Serienfertigung — und wie jedes Arbeitstier belohnt es den, der die Grundlagen versteht. Dieser Artikel führt durch den Zyklus, die Materialien und die Stückzahlen, bei denen das Verfahren Sinn ergibt.

Der Vier-Stufen-Zyklus

Jedes Spritzgussteil durchläuft dieselbe Schleife, meist in 15 bis 60 Sekunden:

  • Schließen. Die Werkzeughälften schließen unter Druck — bis zu 3.000 t auf den größten Maschinen, genau der Bereich, den wir in unserer Fertigung fahren.
  • Einspritzen. Die Schmelze wird mit hoher Geschwindigkeit und hohem Druck in die Kavität gedrückt.
  • Kühlen. Das Teil erstarrt. Das Kühlen nimmt den größten Teil des Zyklus ein — deshalb bestimmt die Wandstärke die Kosten.
  • Auswerfen. Das Werkzeug öffnet, Auswerferstifte stoßen das Teil aus — bereit für den nächsten Schuss.

Den richtigen Thermoplast wählen

Die Materialentscheidung prägt alles Weitere. Standardkunststoffe wie Polypropylen und ABS sind günstig, gutmütig und passen für Gehäuse und Halter. Technische Kunststoffe — Polyamid, PBT, POM, PC/ABS — bringen Festigkeit, Wärme- oder Chemikalienbeständigkeit zu höherem Preis. Die richtige Wahl balanciert Funktion, Optik und Kosten und muss vor dem Werkzeugbau feststehen.

Wann sich Spritzguss lohnt

Werkzeuge sind eine Kapitalinvestition, das Verfahren rechnet sich also über die Stückzahl. Ab rund 5.000 bis 10.000 Teilen pro Jahr schlägt die Stückkostenrechnung meist Zerspanung oder 3D-Druck — und ab einer Million kommt nichts mehr heran. Ob Ihr Teil in ein Spritzgusswerkzeug gehört, sagt Ihnen eine Erstprüfung der Herstellbarkeit in Tagen statt Monaten.

Kunststoffspritzguss ist eine der vier Kerntechnologien, die wir parallel zu Druckguss und Stanzen betreiben — ein verantwortlicher Partner von der Konstruktion bis zur Serie.